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26. August 2016 5 26 /08 /August /2016 12:30

Wer mit offenen Augen, Ohren und Nasen im ländlichen Raum unterwegs ist oder lebt, weiß, dass die Landwirtschaft sich in den letzten 25 Jahren dramatisch verändert hat. Der kleine mittelständische Betrieb ist fast vollständig verschwunden. Die Landwirtschaft hat sich industrialisiert, d. h. sie ist immer kapitalintensiver geworden. Maschinenlaufzeiten werden optimiert, gigantische Maschinen, die von Lohnunternehmen mit billigen Arbeitskräften aus Osteuropa betrieben werden, brüllen unter Flutlicht bis tief in die Nacht. Die traditionellen landwirtschaftlichen Wege stammen noch aus einer anderen Zeit. Die Begegnung mit einer Maschine ist für Mensch und Tier ein Abenteuer. Die Größe und Schwere der Maschinen führt immer häufiger zu einer Verdichtung oder Zerstörung der Böden. Gülle wird nicht mehr zur Düngung eingesetzt, sie wird entsorgt, wo und wie immer es geht. Die industrielle Fleischproduktion folgt der Logik industrieller Produktion. Und nun kommt eine Ministerin auf die Idee, solche Betriebe planungsrechtlich den gleichen Anforderungen zu unterwerfen, die auch für andere Industriebetriebe gelten. Eine Chance und natürlich eine neue Herausforderung für Kommunalpolitik, die sich künftig nicht aus der Verantwortung stehlen könnte, wenn die Pläne von Frau Hendricks Wirklichkeit werden würden. Vielleicht ist das der Grund für das Schweigen der kommunalen Spitzenverbände zum Vorschlag von Barbara Hendricks. Man könnte sich künftig nicht mehr so leicht heraus reden. Verantwortung wäre dort sichtbar verortet, wo sie hingehört, in die kommunale Politik. Denn schließlich geht es um die Lebensqualität vor Ort, die Qualität des Grundwassers, die Qualität der Luft und die Qualität der Böden. Die Interessenvertreter der industriellen Landwirtschaft laufen bereits Sturm gegen die tapfere Frau Ministerin, die sich deutlich mehr traut, als ihre grünen Vorgänger oder mancher grüner Landwirtschaftsminister in den Bundesländern.

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Published by Dr. Hanspeter Knirsch
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