Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
30. Januar 2017 1 30 /01 /Januar /2017 15:21

 

Am 29. Januar 2017 wurde Martin Schulz vom SPD-Parteivorstand einstimmig als Kanzlerkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Er soll gleichzeitig den Vorsitz der SPD übernehmen. Kommunalpolitiker aller Couleur müsste dies freuen, denn Martin Schulz war 12 Jahre Bürgermeister der Stadt Würselen. Verständnis für die kommunale Sichtweise müsste er also haben, auch wenn zu dieser Zeit in Nordrhein-Westfalen noch die Arbeitsteilung zwischen dem hauptamtlichen Stadtdirektor als Chef der Verwaltung und dem ehrenamtlichen Bürgermeister als Repräsentanten und Vorsitzender des Rates galt. Die Sorgen und Nöte vor Ort hat er in dieser Funktion jedenfalls hautnah miterlebt. Administrative Verantwortung hat Schulz als Bürgermeister aber nicht getragen. Er wäre gut beraten, nicht etwas anderes zu behaupten. Es liegt im Wesen der Politik, dass politische Spitzenämter häufig von Personen übernommen werden, die sich dafür nicht in erster Linie beruflich qualifiziert haben. Als Angela Merkel zum ersten Mal ein Ministerium übernahm, hatte sie auch noch keine administrative Erfahrung. Das gilt für viele Ministerinnen und Minister, die ihren Job ordentlich machen, u. a. weil sich auf einen Apparat stützen können, der darauf eingerichtet ist, an der Spitze einen Politiker zu haben. Hingegen geht es meist nicht gut aus, wenn jemand nach einem politischen Spitzenamt greift, ohne zuvor Erfahrungen in den Niederungen des politischen Alltags gesammelt zu haben. Dafür gibt es genügend Beispiele. Der honorige Rechtsprofessor Werner Maihofer etwa, der für die FDP das Innenministerium leitete. Oder der weniger honorige (wenn man sich seine heutigen Äußerungen ansieht, die nicht weit von Björn Höcke entfernt sind) Rechtsprofessor Rupert Scholz, der für die CDU das Verteidigungsressort innehatte. Dass Martin Schulz ein politischer Vollprofi ist, daran dürften keine Zweifel bestehen. Dass er einen Teil seiner Professionalität in der Kommunalpolitik erworben hat, kann auf jeden Fall nicht schaden.

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Dr. Hanspeter Knirsch
Kommentiere diesen Post

Kommentare