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6. Februar 2017 1 06 /02 /Februar /2017 11:51

Als ich 1986 Stadtdirektor in Emsdetten wurde, gab es eine bunte Pressevielfalt in der Stadt mit damals 32.000 Einwohnern. Zeitweise gab es drei Lokalredaktionen, die Verlage steckten ihre Claims ab. Übrig geblieben ist eine einzige Lokalredaktion. Die kommunalpolitische Berichterstattung ist dadurch nicht besser geworden. Was hat das mit dem Thema Fake News zu tun? Sehr viel. Denn gut ausgebildete und sorgfältig recherchierende Journalisten in einer nicht von Monopolen beherrschten Presselandschaft sind der beste Garant gegen Fake News. Falschmeldungen können vorsätzlich in die Welt gesetzt werden, sie können aber auch fahrlässig und aus Ignoranz entstehen. Am Beispiel der sog. Ausgleichsrücklage habe ich das in meinem Beitrag vom 2. Nov. 2016 aufgezeigt. Journalisten, die ohne Kommentar dem Eindruck Vorschub leisten, SPD-Kanzlerkandidat Schulz habe als Bürgermeister der Stadt Würselen Verwaltungserfahrung gesammelt, verbreiten zwar keine Fake News, dienen aber auch nicht der Wahrheitsfindung (siehe mein Blog vom 30. Jan. 2017).

Falschmeldungen hat es schon immer gegeben. Aber das Internet ist eine Veröffentlichungsform von Nachrichten und Bildern jeglicher Art mit einem hohen Wirkungs- und Verbreitungsgrad. Quantität erreicht dann eine neue Form von Qualität. Das macht das Internet natürlich auch auf kommunaler Ebene interessant und missbrauchsanfällig. Aber auch hier gilt der alte Werbespruch für Beton: Es kommt darauf an, was man daraus macht und wie man damit umgeht. Internetdienste, deren Geschäftsprinzip die Verächtlichmachung ist, sollten von Kommunen und kommunalen Institutionen gar nicht genutzt werden. Norbert Lammert bekommt auch ohne Teilnahme an Talkshows genügend Aufmerksamkeit. Kurz gesagt: Man muss nicht jeden Mist mitmachen. Wofür braucht eine Stadt Facebook und Twitter? Weil man sonst die Menschen nicht erreicht? Dummes Zeug. Die WirtschaftsWoche bezeichnet Facebook in  ihrer Ausgabe vom 3. 2. 2017 als "ideale Plattform für sensationelle Lügengeschichten".

Pflegt Eure Internetseiten sorgfältig und regelmäßig und gestaltet sie so, dass man auf ihnen auch das findet, was man sucht, ohne Angst davor haben zu müssen, dass die eigenen Daten missbraucht werden. Überlasst Interaktivität nicht den kommerziellen Plattformen, denn es sind kommerzielle und keine sozialen Plattformen.

Kommunale Fake News sind in der Regel schneller auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfbar als Nachrichten aus der großen weiten Welt. Das heißt aber nicht, dass nicht auch auf kommunaler Ebene Falschmeldungen im Internet erzeugt und verbreitet werden. Habt ein Auge drauf, aber beteiligt Euch nicht an dem Spiel.

 

 

 

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Published by Dr. Hanspeter Knirsch
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