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5. März 2014 3 05 /03 /März /2014 12:24

"Die RAG-Stiftung ist Alleinaktionärin der RAG Aktiengesellschaft und Mehrheitsaktionärin der Evonik Industries AG. Sie soll in Umsetzung der definierten Eckpunkte die Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus der RAG Aktiengesellschaft herbeiführen. Hierfür haben die beteiligten Parteien der öffentlichen Hand die Finanzierung der Abwicklung des aktiven Bergbaus der RAG Aktiengesellschaft einschließlich der Altlasten und die Gewährleistung der Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben des Unternehmens zugesagt....

Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben

Weitere Aufgabe der RAG-Stiftung ist es, die Evonik Industries AG an die Börse zu bringen. Dieses Ziel hat die Stiftung am 25. April 2013 mit der Zulassung der Aktien der Evonik Industries AG zum Handel an den Wertpapierbörsen in Frankfurt am Main und Luxemburg erreicht. Solange die RAG-Stiftung an Evonik beteiligt ist, wird sie ihren Einfluss auf die Evonik mit dem Ziel einer optimalen wirtschaftlichen Entwicklung und unter Beachtung der Interessen der Mitarbeiter und der Arbeitsplätze wahrnehmen.

Die RAG-Stiftung wird mit den bereits erzielten und zukünftigen Erlösen aus der Veräußerung der Aktien der Evonik die Finanzierung der Verpflichtungen aus den Ewigkeitsaufgaben des Bergbaus der RAG Aktiengesellschaft ab 2019 dauerhaft übernehmen. Dazu werden die Erlöse im Rahmen der Kapitalanlagenrichtlinie der Stiftung diversifiziert angelegt." Zitat aus der homepage der RAG-Stiftung

Warum zitiere ich das? Relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die RAG-Stiftung Dr. Helmut Linssen erneut in den Vorstand berufen. Linssen ist dort für das zentrale Ressort "Finanzen" zuständig. Eine Stiftung lebt davon, dass sie dass Stiftungskapital möglichst gewinnbringend und sicher anlegt. Ob sich Herr Linssen damit auskennt? Bekanntlich hat Linssen von 1997 bis 2004 eine knappe Million Mark bei einer Briefkastenfirma in Mittelamerika angelegt und nach eigener Aussage deswegen auch in der bereits verjährten Zeit keine Steuern hinterzogen, weil keine Erträge angefallen sind. Das ist doch eigentlich eine klassische Zwickmühle. Entweder er hat Erträge erzielt, wie man das normalerweise ja auch will, wenn man irgendwo Geld anlegt, dann hätte er zumindest die Absicht gehabt, Steuern zu hinterziehen und wäre für den hochdotierten Pensionärs-Job des Finanz-Vorstands der RAG-Stiftung (600.000 EUR pro Jahr) ungeeignet. Oder er hat tatsächlich keine Erträge erzielt oder gar Verluste gemacht. Auch das würde ihn nicht für dieses Amt qualifizieren.
Das Kuratorium der Stiftung, das Herrn Linssen berufen hat, ist hochkarätig besetzt. Laut homepage der Stiftung gehören ihm an:

Vorsitzender

  • Dr. Jürgen Großmann, Hamburg (Ex-RWE-Vorstandsvorsitzender und hauptverantwortlich dafür, dass RWE-die Energiewende verschlafen hat und erstmals rote Zahlen schreibt)

geborene Mitglieder (Reihenfolge lt. Satzung)

  • Hannelore Kraft, MdL, Ministerpräsidentin des Landes NRW (seit 2010)
  • Annegret Kramp-Karrenbauer, MdL, Ministerpräsidentin des Saarlandes (seit 2011)
  • Dr. Wolfgang Schäuble, MdB, Bundesminister der Finanzen (seit 2009)
  • Sigmar Gabriel, MdB, Bundesminister für Wirtschaft und Energie (seit 2013)
  • Michael Vassiliadis (stellvertretender Vorsitzender), Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (seit 2009)

weitere Mitglieder

  • Lukas Beckmann, Vorstand der GLS Treuhand e.V. (seit 2012)
  • Dr.-Ing. Burckhard Bergmann, vormals Vorstandsvorsitzender der E.ON-Ruhrgas AG (seit 2012)
  • Christoph Dänzer-Vanotti, Rechtsanwalt (seit 2012), ehemals Personalvorstand bei E.ON und seit kurzem neues Aufsichtratsmitglied bei der Deutschen Bahn AG.
  • Ralf Hermann, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Evonik Industries AG (seit 2007)
  • Ludwig Ladzinski, vormals Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Betriebsräte im RAG-Konzern (seit 2007)
  • Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Rektor der HHL Leipzig Graduate School of Management (seit 2012), ehemaliger FDP-Minister  in der Landesregierung und seinerzeit Kollege von Linssen
  • Harry Kurt Voigtsberger, Staatsminister a.D. (seit 2012)

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Published by Dr. Hanspeter Knirsch - in Zeitgeschehen
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