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30. Oktober 2013 3 30 /10 /Oktober /2013 09:39

Susanne Gasckke, frühere Zeitredakteurin, ist als Oberbürgermeisterin der Stadt Kiel gescheitert. Abgesehen davon, dass es von wenig Professionalität zeugt, per Eilentscheidung, also zunächst am Rat vorbei, einem Bürger der Stadt 3,7 Millionen EUR an Zinsen und Säumniszuschläge zu erlassen, selbst wenn in der Sache vielleicht nicht mehr herauszuholen war, wird man den Fall wohl in die Reihe der gescheiterten Seiteneinstige in die Politik einordnen müssen. Anscheinend verträgt der bundesdeutsche Politikbetrieb kein frisches Blut. Viele haben es versucht, manche haben sich immerhin ein Weile halten können, bis sie ausgespuckt wurden. Da gab es z. B. den Spiegel-Gründer Rudolf Augstein, der kurzzeitig FDP-Bundestagsabgeordneter war. Oder einen Bundesinnenminister Werner Maihofer, der 1978 enttäuscht in den Schoß der Wissenschaft zurückkehrte, als die illegale Abhörung des  Nuklearexperten Klaus Traube bekannt wurde. Oder der Professor aus Heidelberg, der sich 2005 entnervt aus dem Wahlkampf zurückzog. Die Liste ließe sich fortführen. Anscheinend ist das System der Rekrutierung politischer Eliten sehr statisch. In anderen Ländern gibt es andere Systeme, die aber wahrscheinlich nicht flexibler sind. In Frankreich sind es die Elite-Universitäten, die unbedingt am Anfang einer politischen Karriere stehen müssen. Auch nicht unbedingt ein Vorbild.

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Published by Dr. Hanspeter Knirsch - in Zeitgeschehen
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